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Channel Facts April 2008

Mit vielen neuen Produkten und positiven Umsatzprognosen startet der Channel optimistisch ins Frühjahr. Es liegt im indirekten Vertrieb so viel Potenzial wie noch nie – und dieses gilt es zu aktivieren!

Unterstützung bietet COMPRiS hier mit dem Tool „PRM Distribution Measurement“, einem direkt am Markt entwickelten CRM-System zur Steuerung der indirekten Vertriebskanäle. Näheres hierzu lesen Sie in der vorliegenden Ausgabe der Channel Facts.

Aktuelle Researches zum Preisdruck im Hardwaremarkt oder den Chancen einer Versandkostenflatrate versorgen Sie mit wichtigen Informationen fürs Tagesgeschäft. Außerdem gibt COMPRiS Auskunft darüber, worin sich deutsche und österreichische ITK-Profis im Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern unterscheiden.

Die Themen im Einzelnen:

  • Ein Geben und Nehmen – was der Channel von der Industrie erwartet
  • Das Geschäft mit öffentlichen Stellen – Steuerrückerstattung durch die Hintertür
  • Das Hochdruckgebiet des Channels: Die Hardwarepreise
  • Vorbild b2c-Geschäft: Die Versandkostenflatrate
  • Peter Sandner

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Ein Geben und Nehmen – was der Channel von der Industrie erwartet

Der Channel ist einer der wichtigsten Vertriebswege der ITK-Industrie. Ihm den Rücken zu stärken, ist die Aufgabe der Hersteller. Wie gut ihnen das gelingt, deckt eine Umfrage unter 110 österreichischen ITK-Resellern und Systemhäusern auf.

Für ein Viertel der befragten Entscheider ist der gebotene vertriebliche Support ausreichend, nur 4% wünschen sich hier mehr Unterstützung. In Sachen technischem Support verhält es sich hingegen fast umgekehrt: Nur in 3,2% der Antworten wird er als zufriedenstellend dargestellt. Hier müssen die Hersteller kräftig nachlegen, wie ein Viertel der Interviewten meint.

Was die Reseller und Systemhäuser unter gutem Service und Support verstehen, ist im Grunde einfach: Sachkundige und kompetente Ansprechpartner, die bei Bedarf schnell und einfach erreichbar sind. Endlose Warteschleifen und aufwendige Registierungsprozeduren sollten also vermieden werden.

Dem darf auch die Produktqualität nicht nachstehen. Diese stimmt laut 22,4% der Befragten, nur in 9% der Antworten wurde hier eine Verbesserung verlangt.

Zeigt sich der Hersteller dann auch noch zuverlässig, liegt er in der Gunst des Channels weit vorn. Unbedingt stimmen muss dabei die Lieferfähigkeit. Auch RMA-Prozesse haben schnell und unkompliziert abzulaufen, um weder Reseller respektive Systemhaus noch Endkunde zu verärgern und in die Arme des Wettbewerbs zu treiben. 

Ein heikles und für fast die Hälfte aller Umfrageteilnehmer zu optimierendes Thema ist die Marge. Insbesondere im Hardwarebereich kämpfen Reseller und Systemhäuser mit immer weniger Handelsspanne, mit der sie ihre Kosten decken und auch noch Gewinn erwirtschaften müssen. Vereinzelt führt dies sogar zur Aufgabe ganzer Produktbereiche, da damit nichts mehr verdient werden kann. Lediglich 3,8% aller Nennungen enthielten positives Feedback zur Ertragssituation.

Give Aways sind der Kundenbindung dienlich und somit auch von großer Wichtigkeit. Trotz aller Budget-Gründe sollten sie immer in ausreichender Anzahl verfügbar sein. Auch Prospektmaterial ist keinesfalls nur nettes Beiwerk, sondern grundlegend wichtig für die Präsentation beim Kunden. In beiden Punkten besteht Verbesserungspotenzial, aus dem schnell Umsatzpotenzial werden kann.

Fazit: Die Anforderungen und Wünsche beziehen sich auf eher grundsätzliche Themen. Hersteller tun gut damit, ihre Vertriebspartner deren Bedürfnissen nach zu unterstützen. Die dazu ergriffenen Maßnahmen sollten laufend optimiert und angepasst werden, um der sich ständig ändernden Marktsituation Rechnung zu tragen.

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Das Geschäft mit öffentlichen Stellen – Steuerrückerstattung durch die Hintertür

Der Kostendruck macht auch vor staatlichen Stellen nicht Halt und fordert sein Tribut in Form einer Umstrukturierung der gesamten Infrastruktur. Erreicht werden soll damit ein flüssigerer Datenaustausch zwischen den Instanzen. Aktenmappen finden in digitalen Datensätzen ihre Ablösung und die Kommunikation wird vereinfacht.

Die digitale Verwaltung wird in vielen Ländern also Realität und öffentliche Stellen investieren in ihre IT wie noch nie. Kein Wunder, besteht hier doch ein immenser Nachholbedarf. Der Prozess, den betriebswirtschaftlich geführte Unternehmen schon vor Jahren vollzogen, wird nun im Zeitraffertempo durchgezogen.

Davon profitieren hauptsächlich mittelständische ITK-Reseller und Systemhäuser – sie zählen aufgrund der räumlichen Nähe zu den Hauptlieferanten.

Wie dieses Geschäft lokal variiert, zeigt ein Research von COMPRiS mit 158 deutschen und 137 österreichischen Teilnehmern auf. Befragt wurden in beiden Ländern die Entscheider mittelständischer ITK-Unternehmen.

So generieren 20% der deutschen Reseller und Systemhäuser ein Zehntel ihres Gesamtumsatzes mit den Aufträgen öffentlicher Stellen, einige Wenige sogar mehr als 80% davon. Sie haben erkannt, welch großes Potenzial hier nur darauf wartet, aktiviert zu werden. Eine Chance, die sich die Mehrheit mit 66% entgehen lässt. Erfahrungsgemäß gründet dies im starken Preisdruck, der in Ausschreibungen herrscht.

63% derer, die öffentliche Stellen beliefern, erlangen entsprechende Aufträge durch die Beteiligung an Ausschreibungen. Nachfolgegeschäfte aus bereits gewonnenen Projekten sind ebenfalls eine feste Größe und sorgen für einen konstanten Auftragseingang.

Anders das Bild in Österreich: 44% der Interviewteilnehmer realisieren 10% ihres Umsatzes mit öffentlichen Stellen, bei einem Zehntel machen die Aufträge von Behörden und Ämtern sogar mehr als 80% aus.

Die Hälfte der befragten österreichischen Entscheider setzt auf die Kontinuität der Ämter. Sie leben zu unterschiedlichen Anteilen von Nachfolgegeschäften und haben ihre kommunalen oder nationalen Käufer sicher.

Fazit: Öffentliche Stellen sind wichtige Kunden. Lohnende Folgeaufträge und damit eine konstante Auftragslage sind möglich. Es lohnt sich also auch für Hersteller und Distributoren, dem Reseller und Systemhaus gute Konditionen bei öffentlichen Aufträgen zu gewähren. Wie eingangs festgestellt, wartet die öffentliche Verwaltung mit ungeahntem Umsatzpotenzial auf, von dem jeder profitieren kann.

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Das Hochdruckgebiet des Channels: Die Hardwarepreise

Viele Reseller und Systemhäuser beklagen einen immer stärkeren Preisdruck im Hardwarebereich.

Allerorten wird geklagt, der Hardwareverkauf lohne sich nur noch bei hohen Stückzahlen. Doch Was sind die Konsequenzen daraus, was tut der Channel, um trotzdem erfolgreich zu arbeiten?

In 293 Interviews mit den Entscheidern meist mittelständischer ITK-Resellern und Systemhäusern entstand ein klares Bild von deren Meinung und Vorgehensweise in dieser Sache.

Ungeachtet des zunehmenden Preisdrucks bieten 35% der Befragten Hardware in selber Art und Weise an wie bisher – ungeachtet eventueller betriebswirtschaftlicher Folgen. Allerdings sehen 27% einen Ausweg darin, sich künftig auf margenträchtigere Produkte zu konzentrieren. Dies kann sowohl die Hardware anderer Hersteller sein, aber auch komplett andere Produktbereiche wie zum Beispiel Software oder Beratungsdienstleistungen.

Die Fokussierung auf den Dienstleistungsbereich scheint für ein Fünftel denn auch der lohnendste Ausweg zu sein. Die Möglichkeiten für Cross-Selling richtig genutzt, verkauft sich zu einem Server oder Rechner spielend leicht ein Servicevertrag, der sicheren Umsatz bedeutet. Auch ohne die Anschaffung neuer Hardware ist so manch ein Geschäftskunde froh darüber, seine IT-Probleme outsourcen zu können.

Ein weiteres knappes Fünftel der von COMPRiS befragten Entscheider setzt bei der eigenen Kalkulation an. Sie rechnen ohne großen Spielraum und versuchen so, wenigstens einen Teil ihrer Marge zu retten und verzichten dabei auf den Rest. 16% verfahren radikal und geben einzelne Produktbereiche ganz auf, um nicht „null-auf-null“ zu wirtschaften.

Doch warum? Die Rückbesinnung auf die ureigenste Fähigkeit eines jeden Unternehmers würde helfen: Verkaufen! Mit gezielten Vertriebsmaßnahmen lassen sich die Absatzzahlen steigern und erreichen so schnell Bereiche, in denen sich das Hardwaregeschäft wieder lohnt.

Fazit: Der Preisdruck im Hardwarebereich wirkt sich auf alle Marktteilnehmer aus. Statt zur idealen Problemlösung beraten viele ITK-Reseller und Systemhäuser aus betriebswirtschaftlichen Gründen kurzerhand zu margenträchtigeren Produkten. Stimmt aber die Gesamtlösung, spielt der Preis für den Endkunden nicht mehr die größte Rolle. Er ist dann auch bereit, mehr zu investieren – zu Gunsten seines IT-Dienstleisters.

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Vorbild b2c-Geschäft: Die Versandkostenflatrate

Die Versandkostenflatrate – was Amazon.de seinen Endkunden bereits anbietet, erwartet der Channel in Zukunft auch von der Distribution. COMPRiS unterhielt sich mit 162 Entscheidern meist mittelständischer ITK-Reseller und Systemhäuser über dieses Thema.

Versandkosten sind oft schwierig zu planen, sie hängen immer von mehreren Faktoren ab und sind damit in den wenigsten Fällen transparent. Doch gerade in Zeiten immer knapperer Margen muss der Channel seine Preise haarscharf kalkulieren.

Grundsätzlich gilt es aber zu wissen, wie der Channel die aktuellen Gegebenheiten in Sachen Versandkosten einschätzt. So empfinden 59% der Befragten die momentanen Aufwendungen für Verpackung, Transport und Handling als zu hoch. Dafür einen angemessenen Betrag zu entrichten, meinen hingegen 26%, während sich der Rest seiner Stimme enthielt.

Nahezu identisch verhält es sich auch mit der Forderung nach einer Versandkostenflatrate. Die pauschale Abrechnung aller in einem bestimmten Zeitraum anfallenden Versandkosten wünschen sich 57% aller Interviewpartner. Dagegen sprachen sich 23% aus. Erfahrungsgemäß sind dies diejenigen, die nur wenige Lieferungen erhalten und dadurch drauflegen würden.

Sicher ist jedoch, dass die Distribution beiden Lagern gerecht werden kann. Mit ihrer großen Menge an Warensendungen ist die Distribution für Transporteure eine interessante Klientel. Geschickt verhandelt, lassen sich für alle Seiten attraktive Rahmenverträge erarbeiten. Und: guter Service – zu dem dieser Bereich zählt – kann bei der Distributorenauswahl entscheidend sein.